Sonntag, 16. Dezember 2018
Notruf: 112

HAUPTVERSAMMLUNG RODAUER BRANDSCHÜTZER ZOGEN BILANZ

 Retter beklagen zunehmende Respektlosigkeit

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Kreisjugendfeuerwehrwart Lutz Machleid (l.) zeichnete drei Betreuer des Rodauer Brandschützer-Nachwuchses mit Floriansmedaillen des Landesverbandes aus. Unser Bild zeigt (v.l.) Peter Götz, Eric Götz und Julian Öhlenschläger.

© Dietmar Funck

RODAU Angriffe auf Rettungskräfte sorgen zurzeit verstärkt für Schlagzeilen. Die Zahl von Attacken auf Polizisten, Sanitäter oder Feuerwehrleute, die von Dritten oder sogar von Opfern, denen die Retter helfen wollen, tätlich bedrängt werden, nimmt zu. In Rodau kam es bei Einsätzen der Freiwillige Feuerwehr zwar noch zu keiner massiven Auseinandersetzung, aber Wehrführer Thomas Schneider registriert 

– und sei es, dass bei Absperrmaßnahmen für den Rorrer Kerweumzug Autofahrer den Anweisungen der Kameraden nicht Folge leisten und im konkreten Fall ein Fahrzeuglenker sich, den Bürgersteig befahrend, „freie Fahrt für freie Bürger“ verschaffte.

 Auf eine Anzeige bei der Polizei habe man verzichtet, obgleich einer der Einsatzkräfte blaue Flecken davongetragen habe, wie am Rande der Jahreshauptversammlung der Rodauer Feuerwehr zu erfahren war. Dort nämlich spielten die Attacken auf Retter insofern eine Rolle, als dass Wehrführer Thomas Schneider seinen Jahresberichten stets die Erörterung eines gesellschaftlichen Phänomens mit Bezug zur Arbeit der Retter voranstellt. Panik machen wolle er keine, versicherte Schneider, aber die Frage stellen: „Wo bleibt der Respekt vor den Rettern?“ Tröstlich sei, dass die Bürger vor Ort „unsere Arbeit zu schätzen wissen“ – „hoffentlich bleibt das so!“

 Was die Stadt als Dienstherrin der Kameraden dazu beitragen könne, dass den Rettern Wertschätzung und Respekt gezollt werde, dafür wolle man sich auch künftig weiter einsetzen, versicherte Bürgermeister Dr. Holger Habich. Der Rathauschef rief in Erinnerung, dass auch die ehrenamtlichen Feuerwehrleute „eine hoheitliche Aufgabe“ erfüllen. Vor diesem Hintergrund kündigte Habich an, notfalls „den Respekt auch kompromissloser einzufordern“: „Wir müssen nicht für alles Verständnis haben.“

Das Thema mangelnder Respekt sei übrigens nicht nur ein Thema, das haupt- und ehrenamtliche Retter bewege: Auch die Zahl der Bürger, die es an Respekt vor staatlichen Stellen mangeln lassen, nehme zu – und das auch seiner persönlichen Erfahrung nach, schilderte der Verwaltungschef. Dabei gehe es nicht um falsch verstandene Ehrfurcht vor Behördenmitarbeitern, sondern schlichtweg um einen fairen Umgang miteinander.

 Gut ausgebildet und ausgestattet

Bürgermeister Habich indessen ließ es am Respekt vor der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Rodau nicht mangeln. Die Einsatzabteilung sei „personell gut aufgestellt, gut ausgebildet und gut ausgestattet“. Und der gesamte Feuerwehrverein unter Leitung seines Vorsitzenden Heiko Götz wiederum sei im Jahreslauf „ein guter Anlaufpunkt für soziale Aktivitäten“. An das Lob schloss sich Stadtbrandinspektor Reiner Schellhaas an, er dankte den Rodauern für die „gute Zusammenarbeit“ untereinander und mit den Zwingenberger Kameraden „im Einsatz und bei Übungen“.

Die Belege dafür, dass die Belobigungen von Rathauschef und Stadtbrandinspektor gerechtfertigt waren, hatten Vorsitzender Heiko Götz, Wehrführer Thomas Schneider, Jugendwart Peter Götz und Rechner Wolfgang Gellert zuvor mit ihren Jahresberichten geliefert.

Floriansmedaillen für den Nachwuchs